Negative SEO: Beliebte Attacken erkennen und beseitigen

Im schlimmsten Fall kann eine Website durch Negative SEO abgestraft oder aus dem Index verbannt werden. Gründe können unter anderem gekaufte Backlinks sein, die Google abstraft. Aber auch der Verkauf von Links aus dem eigenen Blog wird von Google nicht gerne gesehen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die gefährlichsten, wichtigsten und schlechtesten Arten von Negative SEO erkennen und was Sie dagegen tun können.

1. The Globe

The Globe ist ein Netzwerk von unzähligen Domains und Webseiten, auf denen mehrere Links, sozusagen als Top-Liste des Internets, aufgeführt werden. Solche Verlinkungen von Linkfarmen und Verzeichnisdiensten finden sich auf beinahe jeder Website. Vor allem die minderwertigen Verzeichnisdienste sollte man los werden.

Eine solche Verzeichnisseite ist zum Beispiel „The Globe“. Hier findet man sehr viele Links, die in einer Art Listing aufgeführt werden. Solche Verlinkungen müssen dringend abgelehnt werden, da diese das Backlink-Profil negativ beeinträchtigen. Unter Umständen kann das Disavow dieser Webseiten schon zu einer Verbesserung des Rankings führen.


Bildquelle: smart.linkresearchtools.com

2. Bilderklau und Hotlinking

Beim Bilderklau oder Hotlinking werden zumeist hochwertige und teure Originalbilder der eigenen Seite auf minderwertigen Seiten verwendet. Die Bilder von der Originalseite verhelfen dabei dem Dieb durch eine Verlinkung zu einem (scheinbar) besseren Ranking. Durch diese Art wird jedoch der Ruf der Originalseite geschädigt.

Hotlinking ist eine direkte Verlinkung eines Inhalts, z.B. eines Bildes, um damit eine Verlinkung zu einer thematisch relevanten Seite vorzugaukeln. Tatsächlich wird das Bild einfach von der jeweiligen Seite geladen. Dies sorgt für unnötigen Traffic und den unerwünschten Effekt, dass das verwendete Bild somit in einem anderen Kontext steht und dadurch gegebenenfalls an Relevanz verliert.



In dieser Verbindung können diese Webseiten oftmals auch einen Virus verbreiten oder zum Phishing, also dem Abgreifen geheimer Daten, verwendet werden. In den meisten Fällen erscheint dann ein Popup mit einer Gewinninformation und Konfetti.



Seiten dieser Art werden meistens automatisch vom Antivirenprogramm gesperrt, sofern auf dem Gerät eines installiert ist. Solche Informationen werden als gefährlich eingestuft. Das Antivirus springt direkt an …



… oder aber wird im Browser als Malware identifiziert und dann direkt gesperrt (entsprechendes Plugin eines Antivirus-Herstellers vorausgesetzt).


3. Phishing: Abgreifen von Passwörtern

Eine beliebte Variante zum Abgreifen von Passwörtern für Bankdienste oder aber auch um Zugangsdaten zu erhalten ist Phishing. Zum Beispiel wurde in einem von uns aufgedeckten Fall die komplette Website kopiert und teilweise sogar mit Canonicals auf die Originalseiten versehen. Auf den ersten Blick wirkt die Seite identisch und man ist fast geneigt, seine Zugangsdaten einzugeben.

Hier ist ein Beispiel zu einer Webseite, die bis hin zum Login originalgetreu nachgebaut wurde.



Damit solche Fälle gefunden werden, sollte regelmäßig ein Link Audit über möglichst alle Backlinkquellen erfolgen. Denn nur so können solche schädlichen Seiten frühzeitig entdeckt werden, bevor dem Unternehmen unnötiger Schaden entsteht.

4. Content-Spam

Content-Spam ist eine der effektivsten Spam-Methoden und besonders nervig für Webseitenbesitzer. Inhalten müssen öfters überarbeitet werden, damit keine identischen Inhalte im Web erscheinen. Content-Spam führt auch dazu, dass aufgrund des Duplicate Content die Originalseite an Sichtbarkeit verliert. Zwar besitzt Google ein Patent aus dem Jahr 2003 auf das Erkennen, an welcher Stelle Inhalte zuerst veröffentlich wurden, allerdings scheint dieses nicht angewendet zu werden. Zumeist schadet solcher Duplicate-Content-Spam der Originalseite sehr, während er dem Spammer wenigstens kurzfristig nutzt.

Beim Content-Spam werden Ihre Beiträge bzw. Inhalte aus Ihren Seiten kopiert und auf anderen Webseiten verwendet. Zumeist werden die Inhalte mit dem Content anderer Websites gemischt. Wichtig ist nur, dass alles Webseiten ein gutes Ranking und somit auch gute Texte besitzen.

Damit erspart sich ein anderer Webseitenbesitzer die Arbeit, guten Content zu erstellen. Denn bei Content-Spam geht es gar nicht darum, gute Inhalte zu produzieren. Content-Spam dient einzig dazu, Werbung für Produkte, Datingseiten oder Casino auszuspielen, wenn nach einer spezifischen Seite gesucht wird.

Content-Spam kann z.B. über den Webservice von „Copyscape“ identifiziert werden. Falls einen Content-Spam Attacke vorliegt, so wird Copyscape alle Plagiate auflisten.


Bildquelle: copyscape.com

Vorgehensweise:

  1. Aufruf von Copyscape unter https://www.copyscape.com
  2. Geben Sie Ihre URL ein und klicken Sie auf „Go“
  3. Im besten Fall sollte kein Ergebnis erscheinen, wie hier:



Falls Content-Spam vorliegt, werden Ihnen die Top 10 Ergebnisse von verdächtigem duplizierten Content aufgelistet.


Suche in Google

Eine andere Möglichkeit besteht darin, Google direkt in der Suchmaschine mit Textinhalten aus den eigenen Seiten zu konfrontieren. Dabei werden Textblöcke aus der eigenen Seite kopiert und in die Google Suchleiste eingegeben. In den Suchergebnissen werden dann Seiten aufgelistet, die möglicherweise ähnlichen oder den gleichen Inhalt aufzeigen.

Plagiatsseiten werden oftmals auch mit Hotlinking, Malware und Phishing kombiniert. Es erscheint auf Ihrem Bildschirm eine Anzeige mit Konfetti und einer Information, dass Sie etwas gewonnen hätten: „Sie haben ein XYZ gewonnen …“. Dazu werden Ihre Inhalte eventuell auch auf Seiten im Bezug mit Casino, Dating oder Pornoseiten verwendet.


Was tun, wenn man von Content-Spam betroffen ist?

  • Überprüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Inhalte auf anderen Seiten verwendet werden.
  • Überarbeiten Sie die Inhalte der betroffenen Seiten gründlich. In der Regel sind das Blogbeiträge, Startseitentexte oder Kategorietexte.
  • Neue Texte schreiben und optimieren.
  • Content-Spam bei Google auf der Webspam-Seite, dem Google Suchergebnis-Feedback oder mit dem Webspam-Plugin für Chrome melden.



Auf dieser Support-Seite von Google lassen sich Spam auf Webseiten, Spam von bezahlten Links, Spam in Rich Snippets, Malware und Phishing melden.

Hier können Sie sich das Plugin „Google Webspam Report“ herunterladen.

5. Negative Backlinks

Um anderen Mitbewerbern die guten Rankings zu klauen, versuchen viele Webseitenbesitzer die Konkurrenz mit schlechten Links zu attackieren, während diese selbst gute Backlinks aufbauen und logischerweise besser dastehen. Um dies zu verhindern, sollten Sie regelmäßig Ihr Backlink-Profil überwachen, um schnell reagieren und die toxischen Links abwerten zu können.

Die Disavow-Liste sollte dann unbedingt über die Google Search Console hochgeladen werden.


Fazit

Das sind die derzeit beliebtesten Negative SEO-Maßnahmen:

  • Verlinkungen auf minderwertigen Verzeichnisseiten, wie auf „The Globe“.
  • Klau von hochwertigen und teuren Bildern, die anderen zu einem besseren Ranking verhelfen.
  • Erstellung von identischen Webseiten, um Bankdaten von Usern zu klauen. Bekannt als Phishing.
  • Klau von hochwertigen und guten Inhalten (Beiträge, Produkttexte, etc.) für ein besseres Ranking.
  • Kauf von negativen Backlinks, damit die Mitbewerber im Ranking ausgespielt werden.

Darüber hinaus sind folgende Punkte relevant:

  • Führen Sie ein komplettes Link Audit unter Verwendung aller Backlink-Quellen durch. Werten Sie die toxischen Links Ihrer Seite ab und laden Sie das Disavow File in die Google Search Console.
  • Während der Beseitigung der schlechten Links müssen alle Linkbuilding-Maßnahmen sofort gestoppt werden.
  • Überprüfen Sie regelmäßig die Sicherheit Ihrer Website und führen Sie regelmäßige Updates und Backups durch.
  • Optimieren Sie Ihre vorhandenen Inhalte und erstellen Sie neue Texte.

Es lohnt sich, diese Punkte regelmäßig zu überprüfen. Oftmals sind Rankingverluste gar nicht an OnPage-Maßnahmen gebunden. Wir glauben zunächst, dass andere Seiten besser über ein Thema schreiben. Und die üblichen Tools, wie Ryte und andere OnPage-Audit-Tools, lassen uns glauben, dass einfach die Überschrift nicht stimmt oder sonst etwas. Sehr häufig sind es aber doch die schlechten Links und der geklaute Inhalt, der eine gut positionierte Website zu Fall bringt.

Vergessen sollten wir dabei nicht: Seit September 2016 ist der Google Penguin Algorithmus, der jahrelang für die Bewertung von Links zuständig und gefürchtet war, fester Bestandteil des Google-Algorithmus. Das bedeutet: Jedes Core-Update ist gleichzeitig auch eine neue Bewertung von Backlinks (neuerdings auch vermehrt von Entitäten und Autoritäten (E-A-T)). Wer das berücksichtigt, liegt mit der Einschätzung von Core-Update-Auswirkungen sehr oft richtig.


Gastautor
Ralf Seybold

Ralf Seybold ist ein renommierter Experte für Sichtbarkeit und Spezialist für die Beseitigung von Google-Strafen und Negative SEO. Sein Unternehmen beschäftigt sich mit der strategischen Sichtbarkeit der Kunden über die digitalen Kanäle und ist somit Sparringspartner für Geschäftsführer und Marketing-Manager. Die Prozesse sind mit Awards ausgezeichnet.