Local SEO: ohne Website auf Platz 1 bei Google

Local SEO: regional ist relevant

Bei Local SEO geht es, wie der Name es bereits verrät, um lokale Suchmaschinenoptimierung. Wenn Kunden nach Dienstleistungen und Produkten suchen, wollen sie meistens Ergebnisse aus der Region bekommen. Wer in Berlin nach „Friseur“ sucht, möchte keine Einträge aus Hamburg. Dabei muss der Standort oft nicht mal angegeben werden: Google erkennt die Position des Nutzers und schlägt nur die Beiträge vor, die zu seiner Suche passen. Während es für den Nutzer also recht einfach ist, an passende Antworten zu kommen, gehört für die Unternehmen schon etwas Aufwand dazu, als einer der Vorschläge gelistet zu werden. Möglich ist es aber auf jeden Fall - und zwar sogar auf Platz 1.

Ein weiterer Bonuspunkt der regionalen Optimierung: So sprechen Sie Nutzer aus der relevanten Zielgruppe an. Und diese sind vielleicht nur eine Straße von Ihrem Geschäft entfernt.

Local SEO like a pro

Lokale Suchmaschinenoptimierung umfasst verschiedene Onpage- und Offpage-Optimierungen. Welche entscheidend sind und was es sich mit dem Platz-1-Ranking auf sich hat, erfahren Sie hier:

Google My Business Account

Ein Google My Business Account ist wohl einer der wichtigsten Punkte, die es bei Local SEO zu beachten gilt. Und gleichzeitig der Tipp schlechthin: Denn auch ohne bereits eine Website zu haben, können Unternehmen auf Google My Business eingetragen werden und sind somit im Rennen um den umkämpften 1. Platz. Dabei ist es sogar Platz 0, denn die lokalen Ergebnisse werden noch über den Top-10-Ergebnissen im „Local Pack“, einer Karte mit Auflistung der besten Treffer, angezeigt. Insbesondere kleinen und jungen Unternehmen eröffnet der Standort-Bezug also neue Möglichkeiten. Natürlich sollten auch Unternehmen mit einer Website diese Möglichkeit nicht ungenutzt lassen und sich einen Account anlegen. Besonders wichtig ist hierbei die akribische Pflege aller Unternehmensdaten. Folgende Punkte sind dabei besonders wichtig.

Allgemeine Daten

Name, Adresse, Telefonnummer sowie Öffnungszeiten sollten unbedingt hinterlegt und immer aktuell gehalten werden. Eine identische Schreibweise über alle Portale hinweg ist Pflicht. Bei Nutzern können Abweichungen Fragen aufwerfen, bei Google sorgen sie für Misstrauen. Auch Einzugsgebiete können eingetragen werden. Bei der Telefonnummer ist eine Festnetznummer mit der örtlichen Vorwahl immer einer Handynummer zu bevorzugen.

Beschreibung der eigenen Tätigkeit

Auch gibt es in Google My Business die Möglichkeit, eine Kurzbeschreibung Ihres Unternehmens anzulegen. Nutzen Sie diese: Stellen Sie sich Ihrer Kundschaft vor und sagen Sie, was Ihr Unternehmen und Ihr Angebot so besonders macht. Des Weiteren können Sie die Kategorie Ihres Tätigkeitsfeldes auswählen sowie Schlagwörter festlegen, mit denen Sie in Verbindung gebracht werden möchten. Ihre Produkte oder Leistungen sollten ebenfalls eingetragen und kurz erklärt werden. Gastronomen können hier ihre Speise- und Getränkekarte eintragen.


Das "Local Pack" in den Google-Suchergebnissen


Bild- und Videomaterial

Wie in allen Medien gilt: Die eigentliche Überzeugungsarbeit leisten oft die Bilder. Und davon können gleich mehrere genutzt werden.

  • Titelbild: Dieses sollte sinngemäß für Ihr Unternehmen stehen und die eigene Leitidee verkörpern. Dabei kann es sich beispielsweise um ein Teambild der Mitarbeiter oder ein schönes Bild von den Räumlichkeiten handeln. Dieses sollte 1920 x 1080 px groß sein.
  • Logo: Hinterlegen Sie auch das Firmenlogo für eine bessere Wiedererkennung (1.000 x 1.000 px).
  • Fotos: Schaffen Sie auch mit weiteren Fotos (1.000 x 1.000 px) einen Anreiz für Ihre potenziellen Kunden, Sie und Ihr Unternehmen kennenlernen zu wollen. Das können Produkte oder das Ambiente vor Ort sein.
  • Videos: Sie können auch ein Video bereitstellen und noch mehr von sich preisgeben. Authentizität ist gefragt und wird durchaus belohnt.

Service

Natürlich sollte auch der Service-Gedanke nicht zu kurz kommen. Dem können Sie bei Google My Business sehr gut nachgehen und tun dabei auch sich selbst einen Gefallen. Tragen Sie zum Beispiel direkte Buchungslinks ein und profitieren Sie von einem gut gefüllten Terminbuch. Um Ihre potenziellen Kunden zusätzlich von Ihrem Service zu überzeugen, können Sie auch auf Besonderheiten aufmerksam machen: wie Maskenpflicht bei den Mitarbeitern oder Desinfektion der Kontaktflächen nach Kundenbesuchen in Corona-Zeiten.

Hinweise im Zusammenhang mit Corona-Krise

Und wo wir gerade davon sprechen: Auch aktuelle Änderungen aufgrund von Corona-Einschränkungen sollten kommuniziert werden. Ob vorübergehende Schließung, veränderte Öffnungszeiten, alternative Dienste wie Lieferservice, Drive-in oder Take-away: Bleiben Sie transparent und aktuell.

Beiträge und Bewertungsmanagement

Bei Google My Business haben Sie zusätzlich die Möglichkeit, Beiträge zu erstellen. Wiedereröffnung, eine besondere Werbeaktion oder eine neue Leistung? Informieren Sie Ihre Kunden und machen Sie so auf sich aufmerksam. Ein kontinuierliches Bewertungsmanagement hilft Ihnen ebenfalls, immer im Dialog mit Ihren Kunden zu bleiben, Ihren Service zu verbessern und auch neuen Kunden zu zeigen, dass Sie Feedback ernst nehmen. Deswegen gilt es nicht nur, sich für die positiven Äußerungen zu bedanken (was Sie immer tun sollten), sondern auch Kritik ernstzunehmen und nach Möglichkeit Lösungsvorschläge zu machen. Das macht einen guten Eindruck und kann letztendlich auch einen unzufriedenen Kunden umstimmen.

Offpage-Optimierungen

Als Dreh- und Angelpunkt des Local SEO gehört Google My Business eine besondere Aufmerksamkeit. Was nicht bedeutet, dass damit die Offpage-Optimierungen bereits ausgeschöpft sind. Folgende Offpage-Tipps helfen Ihnen zusätzlich bei Ihrem Top-Ranking.

Local Citations und Backlinks

Es gibt viele Branchenverzeichnisse und Webkataloge, die ebenfalls genutzt werden können, um die eigene Sichtbarkeit zu steigern. Tragen Sie Ihr Unternehmen aber nicht wahllos überall ein, sondern achten Sie auf eine thematische Übereinstimmung. Auch wichtig: Halten Sie Ihre Daten (Name, Adresse, Telefonnummer usw.) immer einheitlich, tragen Sie diese vollständig und in gleicher Reihenfolge ein. Bemühen Sie sich um weitere Links mit Lokalbezug wie etwa auf Seiten von regionalen Blogs, Wirtschaftsverbänden, Partnern, Lieferanten oder Online-Magazinen mit einem Lokalteil.

Social-Media-Kanäle

Wer einen Social-Media-Kanal angelegt hat, um das eigene Unternehmen bekannter zu machen, hat schon mal einen Schritt in die richtige Richtung getan. Effekte werden jedoch nur dann sichtbar, wenn dieser auch gepflegt wird. Weswegen Sie sich auch auf die Kanäle konzentrieren sollten, die Sie wirklich betreuen und pflegen. Regelmäßige Postings, Storys, Bilder und Videos machen einen guten Eindruck auf Nutzer und auch Google, gähnende Leere dagegen nicht.

Onpage-Optimierungen

Doch auch auf der eigenen Seite gibt es viel zu tun, um die Sichtbarkeit bei lokalen Suchergebnissen zu steigern. Und dieser Part ist nicht zu unterschätzen. Lassen Sie diese Punkte nicht außer Acht.

Content

Ohne Content kein Ranking – das ist den meisten Unternehmern mittlerweile klar. Dass dieser aber (sofern möglich) unbedingt einen Lokalbezug haben sollte, scheinen nicht alle zu wissen. Um für regionale Suchergebnisse gut gefunden zu werden, ist aber genau das notwendig. Je nach Größe des Einzugsgebietes sollten dabei ganze Städte und Regionen, bei Großstädten gern einzelne Bezirke und Ortsteile im Zusammenhang mit den eigenen Produkten und Leistungen genannt werden. Nicht zu vergessen: Ortsangaben in Meta-Daten. So wird der Nutzer bereits beim Blick auf die Liste der Suchergebnisse in seiner Suchintention bestätigt.

Technik

Technik ist doch immer wichtig, wenn es um SEO geht, oder? Stimmt genau, einigen Aspekten kommt bei Local SEO aber eine besonders große Bedeutung zu. Dazu gehören sowohl die mobile Optimierung als auch die Ladezeit. Der Grund ist offensichtlich: Gesucht wird meistens mobil, bei örtlichen Suchanfragen umso mehr. Wo ist das nächste Café? Wo ein veganer Laden in der Nähe? Und wo eine Reinigung, ein Friseur oder Handwerker? Nutzer werden immer ungeduldiger und anspruchsvoller. Braucht die Seite ewig, um zu laden, ist der Konkurrent nur einen Klick entfernt. Wird sie nicht dem Viewport entsprechend angezeigt – was im ungünstigsten Fall bedeuten könnte, dass nicht alle Funktionalitäten nutzbar sind – wird auch nicht lange gefackelt. Long story short: So viele Suchanfragen wie nur möglich bekommt man nur, wenn die Technik stimmt.

Strukturierte Daten

Wer sie noch nicht kennt: Die strukturierten Daten sind Auszeichnungen im Quellcode und als eine Art Label zu verstehen. Für den Nutzer sind sie unsichtbar, für die Suchmaschinen extrem nützlich. Mit ihrer Hilfe können Sie zum Beispiel den Local Business Type eintragen, Öffnungszeiten kennzeichnen, Eventdaten hervorheben. Dabei helfen diese speziellen Auszeichnungen den Suchmaschinen dabei, bestimmte Daten leichter in einen Kontext einzuordnen, sie besser zu verstehen und für die Ausgabe in den Suchergebnissen zu nutzen. Für Nutzer erscheinen sie dann als

  • Rich Snippets: Inhaltsauszüge aus der Seite direkt in den Google-Antworten, wie Sternebewertungen oder Rezepte,
  • Featured Snippets: prominente Darstellung eines relevanten Suchergebnisses,
  • oder als Teil eines Knowledge Graphs: Darstellung von Einträgen und ihrer Beziehungen untereinander.

Bei allen diesen Google-Antworten auf eine Suchanfrage handelt es sich um hervorgehobene Darstellungsarten, die oft noch über den eigentlichen 10 Suchergebnissen platziert werden und somit die meiste Aufmerksamkeit bekommen. Ein Grund mehr, sich mit strukturierten Daten zu beschäftigen!


Gastautor
Matthias Schmeißer
Gründer und Geschäftsführer der seo-nerd GmbH

Matthias Schmeißer ist ein Nerd und stolz darauf. So stolz, dass er auch seine mehrfach ausgezeichnete SEO-Agentur auf den Namen getauft hat. Seine Kunden auf die Seite 1 der Google-Suchergebnisse zu bringen, ist der Job des SEO-Experten, der auch als Speaker auftritt und Workshops durchführt.